Prototypen
Bishoujo Senshi Sailor V wird zu Sailor Moon
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Frühe Charakterprototypen aus Naokos Skizzenphase
Bevor Sailor Moon in der Form entstand, wie wir sie heute kennen, befand sich Naoko Takeuchi in einer intensiven Experimentierphase. Sie arbeitete parallel an Codename wa Sailor V, während Kodansha und die Redaktion von Nakayoshi bereits über eine mögliche Anime Umsetzung nachdachten. Genau in dieser Übergangszeit entstanden die frühen Konzeptskizzen, die später im Infinity Artbook veröffentlicht wurden. In diesen ersten Entwürfen existierte Usagi noch gar nicht. Stattdessen griff Naoko auf Figuren zurück, die sie bereits kannte und mit denen sie arbeitete: Sorano Hikaru, Amano und natürlich Aino Minako aus Sailor V. Auch die späteren Senshi trugen andere Namen wie Yoruno Miyabi (Rei) oder Chino Mamoru (Makoto), und das fünfte Mädchen hieß schlicht Artemis. Diese Skizzen zeigen, wie Naoko zunächst versuchte, die Welt von Sailor V zu erweitern, bevor daraus etwas Eigenständiges wurde.
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Erste öffentliche Vorstellung von "Bishoujo Senshi Sailor V" (1991)
Die Leserinnen von Nakayoshi bekamen diese neue Serie erstmals im November 1991 zu sehen, damals noch unter dem Titel Bishoujo Senshi Sailor V. Obwohl Naoko in der Ankündigung bereits erwähnt, dass die Hauptfigur ein Mädchen namens Usagi sein soll, wirkt es ein wenig so, als hätte sie ursprünglich mit dem Gedanken gespielt, den Namen Sailor V beizubehalten. Wenn man bedenkt, dass diese Vorschau nur einen Monat vor dem eigentlichen Start von Sailor Moon erschien, ist es erstaunlich, wie spät im Prozess noch Änderungen an Usagis Design vorgenommen wurden.
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Weitere frühe Charakterdesigns und redaktionelle Entscheidungen
Zu diesem Zeitpunkt war vieles noch im Fluss: Luna war laut Naokos handschriftlichen Notizen (vom 5. November 1991) immer noch eine flauschige weiße Katze. Der Junge mit der Brille ist sehr wahrscheinlich Umino. Mamorus Design hingegen war entweder noch nicht entschieden, bewusst zurückgehalten – oder beides. Und die Figur in der Mitte der Gruppe, die Rei ähnelt? Das ist tatsächlich Frau Takeuchi selbst! Sie schreibt dazu: Ich habe mir vor Kurzem die Haare dauergewellt und angefangen, mich hübsch zu machen!
In dieser ersten Veröffentlichung gab Naoko ein kleines Interview, um den Fans einen Vorgeschmack auf das zu geben, was sie erwartete:
Redakteur (R): Worum wird die Geschichte gehen?
Naoko (N): Es wird eine richtig coole Geschichte sein, die total verrückt ist, mit einer Prise Romantik.
R: Wie ist die Hauptfigur so?
N: Sie heißt Usagi. Sie ist eine Heulsuse, aber hat einen liebenswerten und unschuldigen Charakter.
R: Das klingt, als ob eine Verwandlung im Spiel sein wird. Wann wird sie sich verwandeln?
N: Wenn die Erde in Gefahr ist.
R: Welchen Feinden wird sie begegnen?
N: Unglaublich schönen Frauen und bemerkenswert gutaussehenden jungen Männern… zumindest denke ich das! -
Frühe Magazin‑Promo zu "Bishoujo Senshi Sailor V" (1992)
Ursprünglich sollte die neue Serie unter dem Titel Bishoujo Senshi Sailor V starten. Eine entsprechende Vorschau erschien bereits in der Ausgabe im Januar 1992 von Nakayoshi – ein deutliches Zeichen dafür, wie früh der Verlag kommunizierte, obwohl Naoko noch mitten im kreativen Prozess steckte. Kurz darauf änderte sich jedoch die redaktionelle Richtung: Man wollte eine Serie mit einer neuen Protagonistin, die sich stärker an jüngere Leserinnen richtete und sich klar von Sailor V unterschied. Artemis blieb, Usagis Outfit lehnte sich noch sichtbar an Sailor V an, doch der Titel wurde schließlich zu Bishoujo Senshi Sailor Moon. Diese kurzfristigen Änderungen führten dazu, dass das erste Kapitel erst einen Monat später erschien. Naoko arbeitete zu diesem Zeitpunkt gleichzeitig an Sailor V und an der neuen Serie – eine Doppelbelastung, die man den frühen Entwürfen durchaus ansieht.
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Frühe Designs: eigenartig, charmant, absolut historisch
Im Manga Band 2 veröffentlichte Naoko die ersten Kostümentwürfe der Inner Senshi. Sie schrieb selbst, dass diese Designs entstanden, als feststand, dass es eine TV‑Serie geben würde – und dass sie sie im Nachhinein "etwas eigenartig" fand. Naoko kommentiert: Das sind die ersten Kostüme, die sie nach ihrer Verwandlung tragen. Ich habe sie entworfen, als es sicher war, dass eine Fernsehserie kommen würde. Sie sind ein bisschen seltsam, oder?
Die kolorierte Version erschien später im Materials Collection Artbook. -
Modellzeichnungen aus der Produktionsphase
Im Materials Collection Artbook finden sich auch weitere Entwürfe, die zeigen, wie stark Naoko in dieser Phase experimentierte: pinke Schulterpolster bei Sailor Moon, ein langärmliges Oberteil für Mercury, ein Halsschmuck, der bei Rei nach der Verwandlung an den Rock wandert, oder hellgrüne Schulterpolster bei Jupiter. Diese Varianten spiegeln die Suche nach einem Stil wider, der sowohl im Manga als auch im geplanten Anime funktionieren sollte. Zusammen ergeben diese Prototypen ein faszinierendes Bild der Entstehungszeit: eine Mischung aus redaktionellen Vorgaben, Naokos eigener Handschrift und der Herausforderung, zwei Serien gleichzeitig zu entwickeln – und genau daraus entstand schließlich die Welt von Sailor Moon, wie wir sie heute kennen.
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Die Entscheidung, die alles veränderte
Wenn man all diese frühen Entwürfe betrachtet, wird deutlich, wie lange Naoko an der Idee festhielt, Sailor V als Titel und Ausgangspunkt zu behalten. Am Ende entschied sie sich jedoch für Sailor Moon – und rückblickend war das genau die richtige Wahl. So konnten Minako und Usagi zwei eigenständige Figuren bleiben, mit eigenen Geschichten, eigenen Stärken und eigenen Wegen. Es wäre mehr als seltsam gewesen, wenn Minako plötzlich verschwunden wäre und Usagi stattdessen Sailor V geworden wäre. Gerade diese Trennung macht beide Charaktere so besonders und zeigt, wie klug Naokos Entscheidung letztlich war.
Quelle: tuxedounmasked.com
